Wangen a/A

Interview mit Sigrist Röbu Leuenberger

Mit Dora Jäggi und Röbu Leuenberger verlassen uns per Ende Jahr zwei langjährige Mitarbeitende in ihren wohlverdienten Ruhestand. Bevor es soweit ist, blicken wir mit den beiden noch kurz zurück. Den Auftakt macht Röbu, in der nächsten Ausgabe des Chilefänschters folgt dann das Interview mit Dora.

Röbu, du bist seit vielen Jahren Sigrist in unserer Kirchgemeinde. Erinnerst du dich noch wie es dazu kam? Wann war das?
Ich bin seit 2010 Sigrist, das heisst im neunten Jahr. Eigentlich hätte ich gerne zehn Jahre gemacht. Das ist aber leider nicht möglich, da mit dem 70. Altersjahr Schluss ist. Begonnen hat alles damit, dass ich 2008 einen Teilzeitjob auf dem Friedhof angenommen habe. Später wurde dann die Stelle als Sigrist frei und mir wurde nahegelegt, ich soll mich doch bewerben. Das habe ich getan und hier stehen wir heute.

Was macht man so als Sigrist? Kannst du uns einen kurzen Einblick in deinen Job geben?
Unter der Woche bin ich Abwart und schaue zu den verschiedenen Liegenschaften, der Kirche und der ganzen Umgebung. Dazu kommen die verschiedenen Gottesdienste und weitere Anlässe wie Hochzeiten oder Abdankungen, die du als Sigrist vor- und nachbereitest und an denen du teilnimmst.

Warst du vor deinem Job als Sigrist bereits fleissiger Kirchengänger?
Nein, eigentlich nicht. Ich ging wie die meisten von uns nur zu Familienanlässen oder sonstigen wichtigen Ereignissen in die Kirche. Ich denke, ich habe in den letzten Jahren nun aber alles aufgeholt was ich vorher verpasst habe (lacht).

Wie viele Gottesdienste waren es?
Ich habe nicht gezählt. Bei etwa 40 pro Jahr dürften es aber um die 350 sein.

Eine stolze Zahl. Ist dir da einer in besonderer Erinnerung geblieben?
Ganz viele. Die vermutlich schönsten Gottesdienste waren aber wahrscheinlich die Besinnungen im Dezember mit Evelyne. Die waren genau nach meinem Geschmack. Manchmal etwas weniger schön waren die Abdankungen, besonders wenn man die Verstorbenen persönlich kannte.

Das Schönste an deinem Job? 
Dass es eigentlich gar kein Job ist. Ich habe richtig Freude daran und es ist für mich mehr wie ein Hobby. Mir sagt die Pflege der Umgebung sehr zu. Zudem schätze ich den grossen Kontakt mit Menschen.

Du hast in den letzten neun Jahren sicher auch das eine oder andere Kuriose erlebt.
Ja, das habe ich. Ganz spontan kommt mir da eine Taufe in den Sinn. Evelyne hatte ihr Headset vergessen anzuziehen und rief mir, als sie es bemerkte, auf einmal spontan zu: „Röbu, bring mr s‘ Headset“. Die ganze Kirche lachte.

Welche Wünsche oder Ziele hast du noch nach deiner Zeit als Sigrist?
Möglichst lange gesund zu bleiben und aktiv in der Welt zu stehen. Ausserdem wurde ich schon gefragt, ob ich in Zukunft in der OeMe mitwirken möchte. Das werde ich wohl tun. Unsere Kirche und alle Menschen, denen ich begegnen und mit denen ich zusammenarbeiten durfte, sind mir ganz einfach ans Herz gewachsen.

Ein tolles Schlusswort! Vielen Dank für das interessante Gespräch und alles Gute, Röbu!

Michel Vogel

zurück